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Auszug aus einem Buch von pater MD Philippe über die Erziehung

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Was unterscheidet eine christliche Erziehung von einer allgemein menschlichen Erziehung?

Die Erziehung ist nur dann menschlich, wenn die Eltern begreifen, dass das ihnen anvertraute kleine Lebewesen ein Mensch, eine menschliche Person werden soll: es muss Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit erwerben. Eine Person erkennt sich selbst und orientiert ihr Leben.

Die christliche Erziehung versucht, das christliche Leben des Kindes zu entfalten. So können sich zugleich seine menschliche Person und auch seine christliche Person als Kind Gottes entwickeln. Die christliche Erziehung setzt die menschliche voraus und übersteigt sie: Sie hat die Perspektive der Sohnschaft gegenüber Gott, des Kind-seins vor Gott. Dank der Sakramente, speziell der Eucharistie, verwirklicht sich diese Sohnschaft in und durch die Kirche. Die christliche Erziehung bildet also nicht nur eine menschliche Person heran, sondern zielt darauf ab, dass das Kind Sohn oder Tochter Gottes wird, was wesentlich bedeutsamer ist.

Pater Marie-Dominique Philippe, aus dem Buch „Im Herzen der Liebe“

 

Auszug aus einem Vortrag von p. MD Philippe über Maria, Mutter Gottes

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Maria, Mutter Gottes

Maria ist Mutter Jesu, Mutter Gottes. In der Heiligen Nacht können wir dieses Mysterium besonders gnadenvoll erleben. Erbitten wir diese Gnade vom Heiligen Geist. Geben wir uns nicht zufrieden mit dem, was wir bereits wissen, denn das ist, wohlgemerkt, nicht das Mysterium. Das Mysterium übersteigt alles, was wir wissen. Wenn man sich mit dem begnügt, was man weiß, kommt man nicht mehr voran im Glauben. Ich will nicht sagen, dass man dann zurückfällt, aber man verliert leicht das betrachtende Beten, die Kontemplation. Sie übersteigt nämlich alles, was man weiß, weil man das Mysterium betrachtet, und nicht das, was man weiß. In der Heiligen Nacht, hören wir im Geist die Worte des hl. Johannes: „Das Wort ist Fleisch geworden“. Dies hat sich in Maria vollzogen. Sie ist das „göttliche Milieu“ – ein anderes gibt es nicht -, sie ist ganz Gott geweiht.

Pater Marie-Dominique Philippe, aus dem Vortrag über « Maria, Mutter Gottes und unsere Mutter »

Auszug aus einem Buch von p. MD Philippe über heiliger Johannes

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H. Johannes

Johannes hat die Gnade erhalten zu verkünden, dass Gott die Liebe ist. Sein betrachtender Blick hat das Geheimnis des Vaters so tief durchdrungen, dass er entdeckt hat, dass Gott Liebe (agape) ist: „Liebe Brüder, wir wollen einander lieben, denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4, 7-8). Der heilige Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, hat Jesus auf einzigartige Weise gekannt und Ihn als „den Einzigen“ entdeckt, als den vielgeliebten Sohn des Vaters; er ist der Evangelist, der uns auf die persönlichste Art die innigen Beziehungen zwischen Jesus, dem vielgeliebten Sohn, und dem Vater offenbart: Jesus ist der Gesandte des Vaters, der keinen anderen Wunsch hat, als den Willen und die Sendung des Vaters zu erfüllen. Gleichzeitig offenbart Ihn uns Johannes als das Wort (logos), als das wahre Licht, das Mensch geworden ist, um mit uns zu sein, um mit uns zu wohnen und zu bleiben.

Pater Marie-Dominique Philippe, aus dem buch „Johannes der Theologe“

Auszug aus einem Vortrag von p. MD Philippe über Weihnachten

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Weihnachten – Geheimnis einer Gegenwart

Das Geheimnis von Weihnachten lässt uns das Geheimnis der seligen Gottesschau vorwegnehmen. Es ist ein Geheimnis einer sichtbaren Gegenwart, welche jedoch noch versteckt bleibt: Im Jesuskind erscheint Gott; hier gibt sich Gott in einer sichtbaren, anfassbaren Weise. Und Maria lebt von dieser Gegenwart.

Die Kontemplation Marias zu Weihnachten besteht darin, von dieser Gegenwart, von diesem Geschenk, zu leben: Sie „berührt“ das Geschenk des Vaters in ihrer Sensibilität und in ihrem Glauben; in ihrer, vom Glauben verwandelten, Sensibilität. Es ist die Sensibilität einer Mutter die ihr kleines Kind empfängt und es ist der jungfräuliche und kontemplative Glaube Mariens, welche das WORT berührt. In dieser Gegenwart, welche so einzigartig ist, existiert eine unglaubliche Harmonie. Man kann sich keine stärkere Gegenwart vorstellen (…).

Wir freuen uns wenn wir jemanden wiedersehen den wir lieben, aber der Friede ist nicht vollständig, da die Harmonie zwischen dem Sensiblen und dem Spirituellen nicht perfekt ist. Hier existiert eine einzigartige Harmonie, welche das Werk Gottes, des Heiligen Geistes ist. Und diese Harmonie ist uns gegeben – das dürfen wir nicht vergessen. Denken wir nicht, dass sie Maria vorbehalten ist, dass sie ihr Privileg ist. Nein, sie ist uns gegeben. Wir müssen also schon jetzt von diesem Geheimnis leben, es im Glauben leben und davon überzeugt sein, dass diese Harmonie im Tiefsten unseres Herzens existiert.

Pater Marie Dominique Philippe, Vortrag vom Weihnachten 1972, Limoges

Auszug aus einem Vortrag von p. MD Philippe über die Unbefleckte Empfängnis

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Aus einem Vortrag über die Unbefleckte Empfängnis

Gott wollte – der Vater wollte in seiner Weisheit, dass es ein kleines Geschöpf gibt, das unbefleckt ist, das vor den Folgen der Erbsünde bewahrt ist. Für Maria besteht der Sieg der Liebe durch das Kreuz darin, dass sie von den Folgen der Erbsünde nicht berührt wird. Gott bedient sich der Erbsünde, um das Mysterium der Unbefleckten Empfängnis zu schaffen, durch dessen Gnadenfülle er sich gleichsam selbst übertrifft. Das ist sehr geheimnisvoll. Sagen wir nicht: „Für Maria existiert die Erbsünde nicht“. – Maria hätte bestätigt, dass die Erbsünde existiert, aber dass der Vater in einer Verrücktheit der Liebe will, dass es ein Geschöpf gibt, das – wenn man so sagen darf – göttlich profitiert vom Sieg der Liebe über alle Folgen der Erbsünde. Das ist die Gnade des Vaters für sein geliebtes Kind. – Die Gnade Mariens ist eine christliche Gnade; das ist der Sieg der Liebe, der Sieg des Kreuzes. Deshalb ist Maria fähig mehr zu leiden als jede andere Frau, als jedes andere Geschöpf. Die Gnade ihrer Unbefleckten Empfängnis verleiht ihr eine neue Leidensfähigkeit, des Leidens in Demut, d.h. ohne zu verstehen: es ist die Liebe, die siegt und alles umfasst.

Pater Marie-Dominique Philippe

Auszug aus einem Buch von Pater MD Philippe, über die Anbetung

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Zu unserem christlichen Leben gehört aber noch weit mehr: wir müssen Gott begegnen. Christsein bedeutet, mit Gott verbunden zu sein. Nun sind wir aber beim Arbeiten nicht unbedingt direkt mit Gott in Kontakt, sondern mit Dingen, die niedriger sind als wir, wie der Materie, dem Holz, der Erde – oder den Büchern. Indem wir mit diesen Dingen arbeiten und sie umgestalten, schaffen wir ein Werk. Bei der Arbeit geht es also um unsere Beziehung zur Welt, zum Universum. Deshalb können wir darin nicht unsere Finalität, den Sinn unseres Lebens finden. Diesen entdecken wir nur, wenn wir Gott entdecken. Wie aber können wir Gott entdecken?

Die Exerzitien sollen uns beten lehren; sie sollen uns lehren, Gott, Christus mit Klugheit zu begegnen. Als Christen brauchen wir viel Kraft, um zur Quelle emporzusteigen und nicht mit dem Strom zu schwimmen „wie alle“. Dieses Emporsteigen zur Quelle ist die Anbetung, und sie verlangt eine Anstrengung. Es bedarf eines Willensaktes, wenn man zur Quelle emporsteigen will. Man muss einen Akt der Anbetung setzen wollen.

Pater MD Philippe, aus dem Buch „Neu anfangen bei Christus“:

Auszug aus einem Vortrag von P. M-D Philippe über den Heiligen Geist und die Jungfrau Maria

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Auszug aus einem Vortrag von P. M-D Philippe über den Heiligen Geist und die Jungfrau Maria

Die Aufgabe der Jungfrau Maria ist es, uns vorzubereiten, den Heiligen Geist zu empfangen, aber sie ist auch da, um dem Heiligen Geist zu erlauben, in völliger Freiheit in uns zu wirken. Denn der Heilige Geist hat eine einzigartige Feinfühligkeit in der Liebe; deshalb muss Maria uns lehren in seiner Abhängigkeit und unter seinem Hauch der Liebe zu leben, damit wir das Wort Jesu wirklich aufnehmen, so wie es aufgenommen werden möchte.

Durch ihrer mütterlichen Erziehung bewirkt Maria, dass in uns der Durst, den Heiligen Geist zu empfangen, ständig größer wird. Wir können das Wachstum dieses Durstes niemals stoppen, da wir auch das Wachstum der göttlichen Liebe in uns niemals stoppen können. Und je mehr die „caritas“, die göttliche Liebe, in unserem Willen Wurzeln fasst, desto mehr dürstet er danach, den Heiligen Geist auf tiefere und göttlichere Weise zu empfangen. Das nimmt kein Ende, denn es geht nicht mehr von Licht zu Licht, sondern von Armut zu Armut, da es von Liebe zu Liebe, von göttlicher Liebe zu göttlicher Liebe, geht. Lire la suite »