Auszug aus einem Vortrag von p. MD Philippe über die Unbefleckte Empfängnis

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Aus einem Vortrag über die Unbefleckte Empfängnis

Gott wollte – der Vater wollte in seiner Weisheit, dass es ein kleines Geschöpf gibt, das unbefleckt ist, das vor den Folgen der Erbsünde bewahrt ist. Für Maria besteht der Sieg der Liebe durch das Kreuz darin, dass sie von den Folgen der Erbsünde nicht berührt wird. Gott bedient sich der Erbsünde, um das Mysterium der Unbefleckten Empfängnis zu schaffen, durch dessen Gnadenfülle er sich gleichsam selbst übertrifft. Das ist sehr geheimnisvoll. Sagen wir nicht: „Für Maria existiert die Erbsünde nicht“. – Maria hätte bestätigt, dass die Erbsünde existiert, aber dass der Vater in einer Verrücktheit der Liebe will, dass es ein Geschöpf gibt, das – wenn man so sagen darf – göttlich profitiert vom Sieg der Liebe über alle Folgen der Erbsünde. Das ist die Gnade des Vaters für sein geliebtes Kind. – Die Gnade Mariens ist eine christliche Gnade; das ist der Sieg der Liebe, der Sieg des Kreuzes. Deshalb ist Maria fähig mehr zu leiden als jede andere Frau, als jedes andere Geschöpf. Die Gnade ihrer Unbefleckten Empfängnis verleiht ihr eine neue Leidensfähigkeit, des Leidens in Demut, d.h. ohne zu verstehen: es ist die Liebe, die siegt und alles umfasst.

Pater Marie-Dominique Philippe