Biographie über P. Marie-Dominique Philippe

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P. Marie-Dominique Philippe ist am 8. September 1912 in Cysoing (Nord-Frankreich) geboren. Er ist das 8. Kind einer Familie mit insgesamt 12 Kindern, welche der Kirche 3 Dominikaner und 4 kontemplative Ordensschwestern geschenkt hat.

Nach seinem Schulabschluss am Gymnasium der Jesuiten in Lille, tritt er im November 1930 in den Orden des Hl. Dominikus ein. Im November 1931 legt er seine Profess ab und absolviert von 1931 bis 1938 in Saulchoir de Kain in Belgien sein Philosophie- und Theologiestudium. Im Juli 1936 wird er zum Priester geweiht. Nach seinem Abschluss der Philosophie verteidigt er seine These über „Die Weisheit gemäß Aristoteles“ und legt danach ein Doktorat in Theologie ab.

Er erhält ebenso ein Diplom der „Ecole Pratique des Hautes-Etudes“ und ist von 1939 bis 1945 und von 1951 bis 1962, Professor für Theologie und Philosophie in Saulchoir d’Etiolles (Studienhaus der Dominikaner der Pariser Provinz). Von 1945 bis 1982 ist er Philosophieprofessor an der Universität in Fribourg (Schweiz).

P. Philippe hat in seinem Studium sehr früh die Notwendigkeit verspürt die Lehre der Philosophie und der Theologie zu erneuern. Dafür war es notwendig zu den jeweiligen Quellen zurückkehren: der Erfahrung nach der Perspektive Aristoteles und dem kontemplativen Glauben in der Schule des Heiligen Thomas und des Heiligen Johannes, dessen Schriften ihn tief geprägt haben und auf die er ohne Unterlass zurückkam. Seine Suche der Wahrheit ist nach den 3 Weisheiten geordnet: der philosophischen, theologischen und mystischen Weisheit.

Neben seiner Lehrtätigkeit, hält Pater „Marie-Do“, vor allem in Frankreich und der Schweiz Vorträge in Philosophie und Theologie, in den verschiedensten Milieus (für Sekretäre des christlichen Arbeiterverbandes, Firmenchefs, Psychoanalytiker, Ärzte, katholische Familienvereine, charismatische Erneuerung, Künstler, usw.). Er predigt auch in zahlreichen Klöstern (vor allem für Karmeliterinnen, Benediktinerinnen und Dominikanerinnen und für die Ordensfamilie von Bethlehem), in verschiedensten „Foyers de charite“, in erster Linie in Chateauneuf-de-Galaure in der Nähe von Marthe Robin (wo er 17 Jahre lang die Priesterexerzitien hält und zahlreiche Exerzitien für die Mitglieder des Foyers), aber auch in Senegal, Togo, Ruanda usw. und für Jugendgruppen.

Von 1949 an schreibt P. Philippe zahlreiche Werke der Philosophie und der spirituellen Theologie, von denen ein Großteil in verschiedene Sprachen übersetzt wird. Heute gibt es insgesamt mehr als 35 Werke, ohne die zahlreichen Artikel zu zählen. Diese umfassen ein weites Studium- und Interessenfeld: Philosophie der Arbeit, Überlegungen in Mathematik und Medizin, Metaphysische Studien, Kommentare des Johannesevangelium, Schriften über das Geheimnis Christi und der Jungfrau Maria, Werke über die Familie, usw.

1975 gründet er in Fribourg, auf die Anfrage einiger französischer Studenten, die Gemeinschaft der Johannesbrüder und, einige Jahre später, die der kontemplativen Schwestern und danach die der apostolischen Schwestern. Er selbst bleibt jedoch Dominikaner. Diesen 3 Gemeinschaften schließen sich zahlreiche Laien, die Oblaten vom Hl. Johannes, an und gemeinsam bilden diese eine neue spirituelle Familie in der Kirche: die Familie vom Heiligen Johannes.

1982 kehrt er nach Frankreich zurück und widmet sich hauptsächlich dem Unterricht der Philosophie und Theologie in den Ausbildungshäusern der Johannesbrüder in Rimont (Saone-et-Loire) und in St. Jodard (Loire), wobei er gleichzeitig seine verschiedenen Apostolate weiterführt. Als Gründer und Generalprior lehrt und führt er diese neue Gemeinschaft, welche schnell wächst und sich international ausbreitet. Seit 1974 verbindet ihn eine tiefe Freundschaft mit Karol Wojtyla. In zahlreichen Begegnungen und Briefen ermutigt Johannes Paul II ihn, seine philosophische Suche weiterzuführen und seine Verantwortung für die Brüder und Schwestern der Familie vom Hl. Johannes weiterhin zu übernehmen.

Als 2001 P. Jean-Pierre-Marie zum Generalprior gewählt wird, bleibt P. Philippe inmitten der Brüder und Schwestern als Gründer und gibt ihnen unermüdlich die Frucht seiner philosophischen und theologischen Suche in Vorträgen und Exerzitien weiter. Werke in spiritueller Theologie und in Philosophie werden weiterhin veröffentlicht, vor allem „Retour a la source – pour une philosphie sapientiale (vol. 1, Fayard, 2005 – bis jetzt nur auf Französisch erhältlich), welches seine philosophischen Überlegungen über die menschlichen Person darstellt.

Am 30. Juni 2006, feiert er sein 70. Priesterjubiläum in Ars. Am darauffolgenden Tag erweist Kardinal Franc Rode, der für die Priesterweihen der Johannesbrüder anwesend ist, ihm seine große Anerkennung. Einige Wochen später, in Folge eines Schlaganfalls, verliert P. Philippe seine Sprachkapazität. Er bleibt in einer großen Stille und erwartet gelassen die Begegnung mit Demjenigen, den er so sehr kennen und bekannt machen wollte. Er stirbt am 26. August 2006 und hinterlässt ein lichtreiches Erbe eines Lebens, das er ganz in den Dienst des Menschen und in den Dienst Christi gestellt hatte.